Frauen in SaaS: Mariana von noCRM
By Natália Mrázová
| 21. Mai 2022 |
Andere - Frauen in SaaS
By N. Mrázová Natália Mrázová
| 21 Mai 2022 |

    Frauen in SaaS: Mariana von
    noCRM

    Frauen in SaaS: Mariana von noCRM

    Ein Kundenerfolgsteam aus der Ferne zu leiten und die Verantwortungen als neue Mutter balancieren zu können, ist eine wahre Meisterleistung. Diese viersprachige Frau ist eine Kraft, der Rechnung zu tragen ist. Ihre frühen chaotischen, aber aufregenden Startup-Tage zeigten ihr eine Menge Vielfältigkeit, eine Qualität, die ihr in ihrer alltäglichen Arbeit immer wieder gut gelegen kommt.

    Grenzen konnten Mariana nie davon abhalten, ihrem eigenen, einzigartigen Weg zu folgen. Sie arbeitet seit fast zehn Jahren mit den Gründern von noCRM zusammen und lebt derzeit in Porto, Portugal. Ihre Rolle in dem Managementsoftware-Unternehmen ist das schöne Ergebnis einer langen Reise, die mit bloßen “Glück” begann.

    Könnten Sie sich bitte vorstellen und uns von Ihrer Position und dem Unternehmen erzählen, für das Sie arbeiten?

    Hey! Ich heiße Mariana, bin 34, Halb-Portugiesin, Halb-Brasilianerin, wuchs aber auf der ganzen Welt auf. Ich habe nie länger als 10 Jahre in demselben Land gelebt und ich spreche vier Sprachen flüssig (Portugiesisch, Französisch, Spanisch und Englisch).

    Ich habe einen zweieinhalb-jährigen Sohn und arbeite für You Don’t Need a CRM von meinem Zuhause in Porto (Portugal) aus. Das ist der Herausgeber der Leadmanagementsoftware noCRM.io. Dort bin ich Leiterin des Kundenerfolgs. In dieser Position bin ich nun seit einem Jahr, aber ich arbeite schon seit 9,5 Jahren für die Gründer (zuerst bei Yoolink, dann bei You Don’t Need a CRM).

    Was hat Sie dazu inspiriert oder veranlasst, in die SaaS-Branche/Technologiestartup-Welt einzusteigen?

    Ich bin durch “Glück” in diese Welt gekommen. Ich war nicht wirklich auf der Suche nach einem Job in der Techindustrie. Ich hatte gerade meinen Master in International Public Management erhalten und dachte, ich würde für NGOs oder eine internationale Organisation arbeiten. Das war nämlich die einzige Erfahrung, die ich hatte. Damals wollte ich in Paris bleiben, jedoch war es unmöglich, einen Job in dem Sektor zu bekommen.

    Eines Tages sah ich mir Stellenausschreibungen an und entdeckte eine, die mich sehr interessierte: Kontenführerin bei YoolinkPro, einem korporativen sozialen Netzwerk. Mir gefielen die Mechanismen der Bewerbung; Es war ganz anders als ich es gewohnt war. Es wurde kein Motivationsschreiben erfordert, nur 200 Worte, in denen man erklärt, wer man ist und warum man sich für den Job eignet. Ich war immer schon ein geselliger Mensch und ich war auf jeden Fall ein Fan von sozialen Netzwerken. Warum sollte ich es also nicht versuchen? Das tat ich und so gelang ich vor neun Jahren in die Welt von SaaS/Startups.

    blog frauen in saas mariana team

    Haben Sie Technologie studiert? Denken Sie, es ist wichtig, in diesem Bereich ausgebildet zu sein, um einen Job in einem Tech-Startup zu bekommen?

    Das habe ich nicht. Ich habe einen Bachelorabschluss in Übersetzung und Interpretation und einen Masterabschluss in International Public Management. Ich denke einmal, dass die Arbeit in einem Tech-Startup keine technische Ausbildung erfordert (außer natürlich man bewirbt sich für eine Stelle im Techteam). Sie müssen nur neugierig, proaktiv, ein Teamplayer und natürlich technisch affin sein.

    Was war für Sie die größte Herausforderung beim Einstieg in die Technologiebranche und wie haben Sie diese gemeistert?

    Ich war ein Neuling und hatte keine Ahnung, wie die Dinge in der For-Profit-Welt ablaufen. Ich gelangte über ein Tech-Startup in dieses Feld.

    Ich war die fünfte Person, die sich dem Team anschloss und würde für die Kontoverwaltung angestellt. Vier Monate nach meinem Start in dem Unternehmen, als ich gerade erst etwas Selbstbewusstsein gewonnen hatte, verließ uns mein Manager, der in Verkauf & Marketing arbeitete. Dann waren wir nur noch vier Kollegen und plötzlich musste ich mich auch um den Vertrieb und das Marketing kümmern… Brandneue Fähigkeiten, die ich mir kurzerhand aneignen musste.

    Es war eine große Herausforderung! Ich war nicht sicher, dass ich je ein Geschäft mit einer der großen französischen Unternehmen abschließen würde — bis ich es schaffte, nach nur drei Monaten! Den Tag werde ich nie vergessen.

    Alle anfänglichen Herausforderungen wurden mit der Zeit bewältigt, hauptsächlich indem ich an Selbstvertrauen dazugewann und eine Menge Unterstützung von dem restlichen Team erhielt.

    Wenn Sie an Ihre Reise zurückdenken und daran, wie Sie dorthin gekommen sind, wo Sie heute sind, gibt es etwas, das Sie ändern würden, wenn Sie könnten?

    Ich würde nichts verändern. Ich denke, das Leben ist voller Entscheidungen und all die Entscheidungen, die man trifft, zeichnen den Pfad, den man gehen wird – im beruflichen und persönlichen Bereich. Alle Entscheidungen, die ich gemacht haben, haben mich dorthin gebracht, wo ich heute bin: Teil eines tollen Teams in einem fantastischen Unternehmen mit großartigen Werten, beschäftigt mit bedeutungsvoller Arbeit für unsere Kunden und mit der perfekten Work-Life-Balance.

    Welchen Ratschlag würden Sie sich selbst als Studienanfängerin mit auf den Weg geben?

    Wenn ich meinem jüngeren Selbst im Studium einen Ratschlag geben müsste, wäre das der gleiche, den ich jedem in meinem Team geben würde: “Schreibe alles auf, was neu ist.Habe keine Angst, Fragen zu stellen und fehlzuschlagen. Es gehört alles zum Lernprozess dazu.

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    Welche Auswirkungen hat es für Sie, in einer von Männern dominierten Branche/Umgebung zu arbeiten?

    In meinen vorherigen Arbeitserfahrungen (von denen es nicht viele gab), war das Gegenteil der Fall. Ich war von Frauen umgeben. Ich spürte die Unterstützung unter den Frauen, aber auch den Wettkampf.

    Als ich dem Team 2011 beitrat, war ich die für mehr als ein Jahr die einzige Frau und ich hatte etwas Zeit zum Durchatmen.

    Das Arbeiten in einer von Männern dominierten Umgebung hat mich überhaupt nicht gestört. Es kam mir nie so vor, als hätte man mich als weniger wichtig angesehen. Wir unterstützten uns alle gegenseitig und diese kämpferische Einstellung gab es nicht. Ich denke es ist wichtig, eine gute Balance zu haben. Männliche und weibliche Teammitglieder sind gleich wichtig bei der Schaffung eines multifunktionalen, erfolgreichen Teams.

    Sind Sie auf Hürden gestoßen, die auf die Ungleichheit der Geschlechter zurückzuführen sind? Konnten Sie diese überwinden?

    Nie. Bei noCRM behandeln wir alle gleich. Wir verdienen alle entsprechend unserer Verantwortungen und wir haben alle die gleichen Wachstumsgelegenheiten.

    Auch die Zeit für die Familie und der persönliche Wachstum werden in dem Unternehmen wertgeschätzt und wir werden alle gleich behandelt. Ich wurde nie ausgelassen, als ich schwanger war und auch als Mutter, die früher Schluss machen musste, um mein Kind von der Schule abzuholen oder ihn währende Arbeitsstunden zu einem Arzttermin zu bringen, wurde ich nie anders behandelt

    Obwohl ich die einzige Mutter in dem Unternehmen bin (es gibt Väter), ist es toll zu sehen, dass alle genauso sehr in den Leben der Kinder involviert sind, wie ich es bin. Besonders in diesem Jahr während dem Lockdown und der Covid-Pandemie, standen wir alle mit Kindern zu Hause den gleichen Herausforderungen gegenüber. Ich habe mich nie alleine, anders oder in einer ungüstigen Position gefühlt, weil ich eine Frau bin.

    Nur 3 % der Frauen geben an, dass eine Karriere in der Technik ihre erste Wahl ist. Warum glauben Sie, dass die Arbeit in einem Tech-Startup oder SaaS ein guter Karriereweg ist?

    Das ist meine erste und einzige Erfahrung im SaaS und es ist toll. Ich kann nicht für alle SaaS-Unternehmen oder Tech-Startups sprechen, aber ausgehend davon, was ich mit anderen Frauen (und Männern) in der Tech-Industrie geteilt habe, haben wir alle die gleichen Gefühle: Es ist lustig, es ist herausfordernd, jede Meinung zählt, man darf auch einmal scheitern, man sieht die direkten Auswirkungen, die die Arbeit auf das Wachstum des Unternehmens hat.

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    Sehen Sie in Ihrem Startup einen Mangel an Frauen? Wenn ja, was denken Sie, könnte verändert werden?

    Ich sehe keinen Mangel an Frauen in den nicht-technsichen Teams. Es ist ziemlich ausgeglichen.

    Aber ich denke, dass uns im Techteam die Frauen fehlen! Das werde ich intern auf jeden Fall ansprechen!

    Worin sehen Sie den Mehrwert von mehr weiblichen Teammitgliedern in einem Technologieunternehmen?

    Ich glaube, dass es immer gut ist, ein Gleichgewicht zwischen Männern und Frauen zu haben. Wir denken anders über Dinge nach, weshalb eine gute Balance ein Vorteil ist.

    Damit Ihr Team erfolgreich ist, müssen Sie das richtige Gleichgewicht zwischen Männern und Frauen finden, um alle Eigenschaften abzudecken, die für den Erfolg notwendig sind.

    Ich würde sagen: Wir wissen alle, dass Frauen gut im Multitasking sind (was in jedem Startup eine gute Fähigkeit ist!) und viele Studien haben bereits gezeigt, dass Frauen einen positiven Einfluss auf den Erfolg von Unternehmen haben.

    Wie können männliche Teammitglieder ihre weiblichen Kolleginnen dabei unterstützen, professionell zu wachsen? Und haben Sie Erfahrung mit diesen positiven Verhaltensweisen?

    Ich denke es ist für Frauen und Männer gleich. Die Herausforderung ist, herauszufinden, worin man gut ist, was man gerne macht, wofür man eine Leidenschaft hat und sich in diese Richtung bewegen — egal, ob Mann oder Frau.

    Wie ich bereits gesagt habe, habe ich über die Jahre verschiedene Rollen angenommen und unser Geschäftsleiter war gut darin, zu erkennen, was mir gut gefiel und welche Talente ich hatte: Mit Kunden zu sprechen, sie zufriedenzustellen und ihnen zu einer erfolgreichen Reise mit noCRM zu verhelfen.

    Es geht nicht nur darum, einzig und alleine weibliche Teammitglieder zu unterstützen – Der Schlüsse ist, eine Kultur der Freundlichkeit, Inklusivität und eine offene Umgebung aufzubauen, wo Teammitglieder Ideen und Einblicke teilen können, während sie von der Führerschaft unterstützt wird, die wiederum dem gesamten Team Selbstvertrauen zuspricht.

    Was würden Sie Frauen empfehlen, die in die Technikbranche einsteigen möchten? Gibt es auch Bildungsmaterial, das Sie vorschlagen möchten?

    Ich würde empfehlen, dass sie es einfach tun! Die Tech-Industrie ist RIESIG und basierend darauf, was ich in den letzten 10 Jahren gesehen habe, kann ich sagen, dass es nie langweilig wird. Man lernt täglich neue Sachen dazu und trifft fantastische Menschen aus der ganzen Welt. Es ist bereichernd, herausfordernd und es gibt immer Platz für mehr!

    Ich empfehle es wärmstens, auf LinkedIn zu gehen, sich Gruppen anzuschließen, die Sie interessieren; sich zu vernetzen; Blogbeiträge zu schreiben; bei Diskussionsgruppen mitzumachen… So trifft man ganz schnell auf leidenschaftliche Leute mit großartigen Fähigkeiten, die stets bereit sind, ihre Erfahrungen zu teilen und Sie in Ihrem Wachstum zu unterstützen.

    Wenn Sie im Bereich Kundenerfolg arbeiten möchten, empfehle ich:

    Menschen, die in Start-ups arbeiten, sind in der Regel sehr beschäftigt. Wie schaffen Sie Ihr Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben? Haben Sie Zeit für Nebenprojekte?

    “Menschen, die in Startups arbeiten, sind meistens sehr viel zu tun,” ja, aber muss nicht heißen, dass sie rund um die Uhr arbeiten müssen. Ich beginne meinen Tag früh am Morgen, aber höre täglich um 5 Uhr auf, um mein kleines Kind aus der Tagesbetreuung abzuholen. Manchmal gibt es stressigere Zeiten im Jahr, wenn ich auch abends noch am Computer sitze, aber ich habe trotzdem Zeit, Tennis zu spielen, Joga zu machen, mit meinem Hund zu tollen und genügend Zeit mit meinem zweieinhalb-jährigen Sohn zu verbringen. Es funktioniert nicht immer perfekt, aber es hilft, wenn man seinen Terminplan für die Woche gut organisiert.

    Falls Sie es verpasst haben, hier ist ein weiterer Bericht – Hana von Kontentino

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    Initiative „Frauen in SaaS“

    Wussten Sie, dass nur 3% der Frauen sagen, dass eine Karriere in der Technologie ihre erste Wahl war und nur 5% der Führungsrollen in der Technologie von Frauen besetzt sind? Mit unserer neuen Initiative – Frauen in SaaS-Interviews möchten wir mehr Frauen dazu inspirieren, dem SaaS- & Technologiefeld beizutreten und Vorurteilen in der Technologie entgegenwirken.

    Alle zwei Wochen können Sie sich auf Interviews mit inspirierenden Frauen freuen, die sich für eine Karriere in SaaS entschieden haben. In unserem nächsten Artikel sprechen wir mit Kinga von BrainyBees.