Verfasst von Santiago MontaldoAktualisiert am August 3, 2026

Telepresence vs. Videokonferenz: Was sind die Unterschiede?

Der technologische Fortschritt sorgt dafür, dass die Kommunikation weltweit reibungslos funktioniert. Er verbindet Ihr Team und ermöglicht die geschäftliche Kommunikation von jedem Ort aus. Sowohl Telepresence als auch Videokonferenzen sind praktische Tools für die Kommunikation über das Internet.

Beide funktionieren unterschiedlich, bieten verschiedene Erfahrungen und haben jeweils eigene Vor- und Nachteile. Dennoch haben sie eines gemeinsam: Sie schaffen ein echtes Meeting-Erlebnis in einer virtuellen, leicht zugänglichen Form.

Lassen Sie uns die wichtigsten Unterschiede, Stärken und Schwächen genauer betrachten. 

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Was ist Telepresence und was eine Videokonferenz?

Eine Videokonferenz ist ein Treffen zwischen Personen, die eine Internetverbindung oder ein Netzwerk nutzen, um Audio- und Videodaten zu übertragen. Einfach ausgedrückt: Sie sehen sich und kommunizieren aus der Ferne über die Bildschirme ihrer Computer. Für Videokonferenzen können Sie bekannte Videoanruf-Software wie Google Meet, Zoom oder Microsoft Teams nutzen.

Anna Shvest

Telepresence (manchmal auch Telepräsenz genannt) steht für einen Konferenzraum, der speziell für virtuelle Konferenzen eingerichtet ist. Sie nutzt VR-Technologie, um zwei Standorte an einem Ort miteinander zu verschmelzen. Das Ziel ist es, eine persönliche Face-to-Face-Kommunikation zu simulieren, wenn man sich nicht persönlich treffen kann. So entsteht die Illusion, dass sich alle Teilnehmenden oder Gruppen im selben Raum befinden.

Man kann es sich als eine technologisch fortschrittlichere Videokonferenz vorstellen, die Roboterinstallationen beinhaltet. Dadurch können Personen auch tatsächlich Aufgaben aus der Ferne erledigen.

Cisco Telepresence

Vorteile von Remote-Meetings 

  • Verbesserte Kommunikation: Sprechen ist nur ein Teil unserer Kommunikation. Beim Reden nutzen Menschen auch nonverbale Signale. Laut der New York Times macht die Körpersprache mehr als 50 % der Kommunikation aus. Ohne visuelle Eindrücke sind Emotionen schwerer zu deuten, was zu Missverständnissen führen kann. Auch das Gesagte wirkt weniger fesselnd, wenn wir uns nicht sehen. Daher ist es ebenso wichtig, die verbale und nonverbale Kommunikation gleichermaßen zu betonen. 
  • Bessere Chancen, Eindruck zu hinterlassen: Um zu wachsen, müssen Unternehmen Engpässe abbauen. Eine effektive visuelle Remote-Kommunikation ist hier ein riesiger Vorteil. Sie ermöglicht detailliertere Erklärungen und eine stärkere Bindung zu den Kunden.  
  • Schneller Return on Investment: Wenn man die Hauptvorteile von Remote-Meetings wie den Wegfall von Reisekosten, direkte Videoverbindungen, mehr Engagement und neue Geschäftsmöglichkeiten betrachtet, ist leicht zu erkennen, dass der ROI schnell ansteigt. 

Die Unterschiede zwischen Telepresence und Videokonferenzen

Sowohl Telepresence als auch Videokonferenzen sind Tools für die persönliche Kommunikation über große Distanzen hinweg mithilfe von Technologie. Dennoch gibt es erhebliche Unterschiede.

Beide Systeme haben einzigartige Eigenschaften für ganz bestimmte Anforderungen.

#1 Videoqualität 

Die visuelle Struktur einer Videokonferenz ist recht einfach. Zwei Endpunkte kommunizieren über ein virtuelles Anrufsystem und sehen sich auf einem Bildschirm. Einfach gesagt: Es ist, als würde man eine Fernsehsendung sehen, in der die Kollegen, Kunden oder Geschäftspartner die Hauptrolle spielen. 

Eine Kamera befindet sich an einem Ende des Raums und fokussiert die versammelte Personengruppe. In Kombination mit einem KI-gestützten SDK zur Gesichtserkennung kann dieselbe Kamera automatisch schwenken und zoomen, sodass alle Teilnehmenden im Bild bleiben. Wenn jemand spricht, fokussiert sich die Kamera meistens auf diese Person, wodurch die anderen Teilnehmenden weiter weg wirken

Da Videokonferenzen auf Standardtechnologie basieren, besteht zudem das Risiko einer schwankenden Qualität. Traditionell wird Standard Definition (SD) verwendet, was Bilder in geringerer Auflösung überträgt (720x480).

Darüber hinaus bedeutet die Nutzung mehrerer Laptops mehr Endpunkte. Das kann die Bandbreite überlasten und die Qualität der Bildschirmverbindung beeinträchtigen

Auf der anderen Seite ist Telepresence äußerst komplex. Das Bild vermittelt das Gefühl, als wären Sie persönlich beim Meeting dabei, selbst wenn Sie sich auf der anderen Seite der Welt befinden. Anstatt also fernzusehen, haben Sie das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein.

Telepresence ist auf ein Verhältnis von 1:1 ausgelegt. Die Kamera fokussiert jede Person gleichermaßen. Die Übertragung erfolgt in HD-Qualität mit einer Auflösung von 1920 x 1080. Zudem sind Telepresence- Videos deutlich stabiler und zuverlässiger, unabhängig davon, wie viele Personen an dem Meeting teilnehmen. 

Pluspunkt: Telepresence

#2 Audiostruktur

Während visuelle Störungen zwar nervig, aber erträglich sind, kann ein instabiler Ton die Kommunikation extrem erschweren oder gar unmöglich machen

Die Sprachqualität bei Videokonferenzen kann durch Schwierigkeiten wie Jitter oder Echos beeinträchtigt werden. Der Ton wird nur als Einkanal-Audio übertragen. Das bedeutet, dass alle Audiosignale über einen einzigen Ausgang übertragen und komprimiert werden. Dies kann zu einer Verringerung der Audioqualität führen. 

Bei Videokonferenzen fehlt zudem oft die Möglichkeit, Hintergrundgeräusche herauszufiltern, was für die Teilnehmenden ablenkend sein kann. 

Bei Telepresence hingegen ist der Ton klar, echofrei und ausreichend laut. Zudem bietet sie die Möglichkeit von Spatial Audio (Raumklang). Dadurch haben die Teilnehmenden das Gefühl, dass die Stimme direkt aus der Richtung der sprechenden Person kommt. Das sorgt für ein noch realistischeres Gesprächsgefühl.

Pluspunkt: Telepresence

#3 Interoperabilität 

Interoperabilität beschreibt vereinfacht gesagt, wie gut ein Gerät mit anderen Geräten kommunizieren kann. In diesem Punkt sind Videokonferenzen praktischer. Es spielt keine Rolle, welche Hardware- oder Softwaretechnologie die einzelnen Teilnehmenden nutzen. Für ein einfaches Videomeeting funktioniert alles problemlos zusammen

Telepresence hat hier einen kleinen Nachteil. Die Kommunikation funktioniert am besten, wenn die Gegenseite mit derselben hochwertigen Telepresence-Software und -Hardware ausgestattet ist wie Ihr eigenes Team. 

Wenn eine Gruppe ein weniger leistungsstarkes Gerät nutzt, erleben beide Seiten nur die Qualität, die die ältere Technologie zulässt. Das führt zu einer schlechten Videoleistung, selbst auf einem hochauflösenden Bildschirm.

Pluspunkt: Videokonferenz

#4 Benutzerfreundlichkeit

Die Benutzerfreundlichkeit von Videokonferenzen variiert von Anbieter zu Anbieter. Das gilt auch für die verfügbaren Funktionen. Die meisten Softwares bieten heutzutage grundlegende Funktionen wie Bildschirmfreigabe, Anrufplanung oder Videoaufzeichnung. Kurz gesagt: Die Erfahrung bei einer Videokonferenz hängt stark von der Benutzeroberfläche der jeweiligen Software ab, die Sie verwenden

Telepresence funktioniert genau umgekehrt. Sie nutzt eine Software mit einem einfachen Dashboard. Als Host können Sie sich einfach einloggen und direkt einen Anruf starten oder beitreten. Da es keine unzähligen Zusatzfunktionen gibt, bietet Telepresence weniger Ablenkungen. Sie können sich voll und ganz auf effektive Gespräche konzentrieren. 

Pluspunkt: Telepresence

#5 Kosten

Der Preis ist wahrscheinlich der wesentlichste Unterschied zwischen Telepresence und Videokonferenzen. Telepresence ist weitaus teurer als eine Videokonferenz. 

Allein die Ersteinrichtung von Telepresence oder ein entsprechendes Videokonferenz-Setup kann Ihr Unternehmen rund 300.000 USD kosten. Die Betriebskosten für den Netzwerkdienst liegen in der Regel bei etwa 8.000 Dollar pro Monat.

Bei einem klassischen Videokonferenz-Setup liegen die Anschaffungskosten dagegen nur bei etwa 40.000 USD. Die Netzwerkdienste kosten rund 1.000 USD pro Monat.

Über einen Betriebszeitraum von 36 Monaten kostet eine Videokonferenz Unternehmen schätzungsweise 36.000 USD, während für Telepresence rund 588.000 USD veranschlagt werden müssen.

Zudem können Sie einige Videokonferenz-Tools kostenlos nutzen

Pluspunkt: Videokonferenz

#6 Kompatibilität

Sie haben es wahrscheinlich schon erlebt, dass Produkte zweier verschiedener Marken nicht gut zusammengearbeitet haben oder überhaupt nicht kompatibel waren. In diesem Punkt schneiden Videokonferenzen besser ab. Die Anbieter gestalten ihre Produkte kompatibel mit anderen Videokonferenz-Tools. Das liegt daran, dass eine vereinfachte Schnittstelle die volle Funktionalität auch bei Konkurrenzprodukten ermöglicht. 

Auf der anderen Seite unterstützen viele Telepresence-Anbieter keine Kompatibilität mit ihren Mitbewerbern. Wenn also eine Gruppe von Meeting-Teilnehmenden eine andere Software nutzt als die andere Gruppe, ist die Funktionalität eingeschränkt oder funktioniert gar nicht

Pluspunkt: Videokonferenz

Telepresence vs. Videokonferenz: Was sollten Sie wählen? 

Rechnet man unser Punktesystem zusammen, steht es unentschieden – 3:3. Aber selbst wenn es 5:1 für Telepresence oder Videokonferenzen stünde, ist die Entscheidung nicht ganz so einfach

Es gibt viele Variablen, die Sie berücksichtigen sollten, bevor Sie die richtige Lösung für Ihr Unternehmen wählen. 

Beginnen Sie am besten damit, Ihre Anforderungen zu analysieren. 

Stellen Sie sich folgende Fragen: 

  • Wie würden Sie das Tool nutzen? 
  • Wie hoch ist Ihr Budget? 
  • Was sind Ihre Anforderungen? 
  • Profitiert Ihr Team wirklich von der teureren Lösung? 

Sobald Sie diese Fragen beantwortet haben, sind Sie einen Schritt näher an der Entscheidung zwischen Telepresence und Videokonferenz. 

Dennoch haben wir eine Zusammenfassung erstellt, die Ihnen bei der endgültigen Entscheidung helfen kann

#1 Finanzielle Stabilität  

Wie bereits erwähnt, ist Telepresence deutlich teurer als eine Videokonferenz

Wenn Sie also ein junges Unternehmen oder ein Start-up am Anfang Ihrer Reise sind, haben Sie wahrscheinlich noch nicht die finanziellen Mittel, um sich Telepresence-Lösungen zu leisten. Zumindest jetzt noch nicht. Videokonferenzen sollten völlig ausreichen, um Ihre Bedürfnisse abzudecken. 

Für Unternehmen mit einem stabilen Einkommen, bei dem ein plötzlicher Einbruch in naher Zukunft unwahrscheinlich ist, ist Telepresence eine gute langfristige Investition. Sie können die Effizienz der Kommunikation und die Kundenzufriedenheit erheblich steigern. Ganz zu schweigen davon, dass Sie sich selbst und Ihren Kunden eine fantastische Erfahrung bieten.  

#2 In-House-Unternehmen vs. Remote-Unternehmen

Lassen Sie uns nun die Frage „Was sind Ihre Anforderungen?“ genauer betrachten. 

Wenn Sie vor Ort im Büro arbeiten, viele internationale Kunden haben und genügend Platz in Ihrer Zentrale zur Verfügung steht, kann Telepresence eine lohnende Investition sein. Diese Technologie kann Ihre Reisekosten drastisch senken, die Kommunikation verbessern und die Zusammenarbeit stärken. Ein besserer Ton, hohe Videoqualität sowie eine optimale Benutzererfahrung können zu mehr Geschäftsabschlüssen führen.

Für Unternehmen, die keine riesigen globalen Büros haben und hauptsächlich remote arbeiten – mit einem Team, das über die ganze Welt verteilt ist – sind Videokonferenzen der schnellste und effektivste Weg für Remote-Meetings. 

#3 Schnell wachsende vs. etablierte Unternehmen

Wenn Sie ein schnell wachsendes Start-up sind, das ständig neue Leute einstellt, ist die Wahl von Videokonferenzen wahrscheinlich besser für Sie. Es ist einfacher, neue User und Funktionen hinzuzufügen. Wenn Sie hingegen die Voraussetzungen und ausreichend finanzielle Mittel haben, kann die Integration von Telepresence Ihnen helfen, noch schneller zu wachsen. Sie kann eine wichtige Rolle bei der Gewinnung neuer Kunden spielen. 

Dennoch ist Telepresence eher für Unternehmen von Vorteil, die bereits seit einiger Zeit auf dem Markt etabliert sind und deren Geschäft stabil läuft. Wenn Sie nicht ständig neue Mitarbeitende einstellen, müssen Sie wahrscheinlich auch nicht jedes Jahr in ein größeres Büro umziehen. Daher ist der Aufbau einer robusten Telepresence-Lösung für wichtige Investoren eine sichere Wahl.

Nicht vergessen:

Berücksichtigen Sie die Kriterien Interoperabilität und Kompatibilität. Denken Sie daran, welche Technologie Ihre regelmäßigen Meeting-Partner nutzen. Wie effizient werden Sie Ihr Tool nutzen können? 

Fazit 

Telepresence und Videokonferenzen sind beide weit verbreitete, aber dennoch sehr unterschiedliche Tools für die virtuelle Kommunikation. Während eine Videokonferenz eher dem Fernsehen ähnelt, fühlt man sich bei Telepresence, als wäre man mitten in der Sendung.

Videokonferenzen ermöglichen Ihnen einfache und kostengünstige virtuelle Meetings. Dennoch gibt es Bereiche, in denen es an Qualität mangelt. Die geringere Qualität bei Video und Audio birgt das Risiko gelegentlicher Störungen. Dies kann die gesamte User Experience beeinträchtigen. 

Telepresence ist zwar teurer, gewinnt jedoch beim Ton und der Videoqualität. Sie eliminiert das Risiko von Bildschirm- oder Tonproblemen und sorgt für eine intensivere Erfahrung. Durch den Einsatz von VR-Technologie vermittelt Telepresence das Gefühl, tatsächlich im selben Raum zu sein. Allerdings fehlt es oft an Interoperabilität sowie Kompatibilität zwischen Konkurrenzprodukten.  

Die richtige Entscheidung hängt von vielen Faktoren ab, wie den geschäftlichen Anforderungen, den aktuellen Rahmenbedingungen und der finanziellen Situation. 

Auf die eine oder andere Weise sind beide Tools hervorragende Möglichkeiten, um mit Ihren Mitarbeitenden oder Kunden von überall auf der Welt zu kommunizieren.